Freilichtmuseum Neuhausen

So schaut’s aus …

… zumindest im Moment.

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Das Museum liegt noch unter einer geschlossenen Schneedecke, wen wundert’s, es ist Winter. Die für das Weihnachtsfest postulierte Stille, sie umgibt den Dorfplatz und das Kaufhaus momentan sehr angenehm.

Auf den Tag genau vor einem Jahr (vom Fotodatum 20. Januar ausgehend) sah es da noch etwas anders aus. Da herrschte bei ähnlicher Witterung reges Treiben. Die nachstehenden Fotos zur Erinnerung.

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Was machen die denn im Winter?

So buchstabiert sich die berühmte und oft wiederkehrende Frage, die sich Besucher von Freilichtmuseen spätestens zum Beginn der Winterpause der entsprechenden Häuser stellen; und der eine oder andere angesprochene Museumsmitarbeiter ließ sich unter der Massivkonfrontation mit der Frage schon zu Nonsens-Antworten hinreißen, etwa zu dem Hinweis auf bärenbauähnliche Massenlager, die in einem verborgenen Museumswinkel einem belegschaftsübergreifenden Winterschlaf Raum bieten.

Eines aber ist klar: Wer im Museum schläft, der sündigt. Denn die Zeit verstreicht und hinterlässt Spuren, und sind dies Spuren des Verfalls, ist es aus Museumssicht zu spät.

Das gilt auch für ganz neue und frisch eingerichtete Objekte wie das Kaufhaus Pfeiffer. Und was vordergründig schön anzusehen ist und auch geschlossen und authentisch durchstrukturiert ist, offenbart beim Blick durch die Lupe Problemzonen. Das kann dann etwa folgendermaßen aussehen:

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Auf einen Blick:

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Was also machen die denn im Winter? Jetzt springt es ins Auge

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Und so nimmt denn auch der Adventskalender für das Neue Kaufhaus-Pfeiffer-Jahr Gestalt an.

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So gesehen ergeben sich elf neue Türchen und Fensterchen, die für die neue Saison im Kaufhaus Pfeiffer zu öffnen sind.

Elf, und dann ist noch lange nicht Weihnachten …

Inventur

Auch der Museumsladen muss für den Winter ausgeräumt werden. So nämlich:Leere Regale

Hier bin ich bei der Inventur (zugegeben, nicht gerade meine Lieblingsaufgabe, auch wenn ich mich bemühe, ein fröhliches Gesicht zu machen):

Bei der Inventur

Bei der Inventur wird erst mal gezählt. Dabei ist neben der Abrechnung für uns wichtig: Was haben SIE, unsere Besucher, gekauft? Was hat Sie besonders interessiert? Oder was blieb liegen?

Eines kann ich schon sagen: Es gab keine Ladenhüter. Am Begehrtesten waren die Süßigkeiten, so haben wir unter anderem in 6 Wochen immerhin 12 kg Himbeerbonbons verkauft, die klassischen “Guzle” aus dem Glas. Beliebt waren auch unsere Schiefertafeln nebst Zubehör wie Griffel und Schwämmchen.

Endlich hatte auch die im Museum produzierte Ware von unseren Museumshandwerkern einen Platz gefunden, an dem sie ausgestellt und verkauft werden konnte. So etwa die Hufeisen von unserem Schmied, handgesponnene und -gezwirnte Wolle oder handgewobene und selbst genähte Geschirrtücher. Außerdem gab es Töpferware, wertvolles Kräutersalz sowie Essig und Badezusätze von der Kräuterpädagogin, Kerzen und Honig vom Imker, Selbstgemachtes vom Museumsschreiner, vom Wagner und Filzprodukte.

Daneben waren erlesene Produkte aus der Region im Angebot, wie etwa Bierbalsamico, Nudeln, Schnaps und Marmelade.

Tja, wenn Sie dieses Angebot verpasst haben, so haben Sie nächstes Jahr ab 3. April eine neue Chance, den Laden zu besuchen. Und das Sortiment wird nicht kleiner, denn wir haben noch viele Ideen, was Sie bei uns interessieren könnte. Versprochen!

Kaufhaus Pfeiffer winterfest

Wie alle Gebäude im Freilichtmuseum muss auch des Kaufhaus Pfeiffer winterfest gemacht werden.

Das bedeutet, alle Gegenstände, die in irgendeiner Weise durch Klima oder Schädlinge Schaden nehmen könnten, müssen unter Bedingungen eingelagert werden, die den Erhalt gewährleisten. Die Mitarbeiter des Freilichtmuseums sind da besonders gefordert, gilt es doch Stück für Stück aus dem Originalgebäude zu entnehmen und ins Winterdepot zu überführen;  dabei muss aber höchste Sorgfalt walten, damit alle Gegenstände den Umzug wohlbehalten überstehen und so natürlich auch um Frühling wieder an exakt den originalen Platz im Kaufhaus zurückfinden.

Erst wenn das Gebäude wirklich “leer steht”, darf es in den wohl verdienten, ersten Winterschlaf im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck eintreten. Vorher herrscht trotz Kälte und früher Dunkelheit noch emsige Geschäftigkeit im und um das  Gebäude.

Die Fotografien zeigen die Museumsmanschaft beim Auszug aus dem Kaufhaus Pfeiffer.

Kaufhaus Pfeiffer by night

Nur vordergründig begibt sich das Projekt “Kaufhaus Pfeiffer” nun, nachdem das Freilichtmuseum seine Pforten geschlossen hat, in den Winterschlaf.

Das Kaufhaus verbirgt eine Vielzahl von Facetten und damit weit mehr, als bisher gezeigt werden konnte. Die Museumsmitarbeiter, die mit der weiteren Erforschung und Präsentation des Kaufhauses betraut sind – Wissenschaftler und Pädagogen -, werden deshalb die Winterszeit nützen, um das Gebäude bis Frühling 2010 um Neues und Interessantes zu erweitern.

Das Museumsgebäude selbst allerdings muß winterfest gemacht werden. So gesehen stimmt die Rede vom Winterschlaf doch.

Diese Stimmung andeutend zeigte sich das neueste Museumsgebäude schon in den letzten Öffnungstagen recht “romantisch” – nämlich nachts.

nacht

Bis zuletzt …

… blieb das Interesse der Museumsbesucher am Kaufhaus Pfeiffer in der Museumssaison 2009 über die Maßen groß.  Seit der Eröffnung am 21. September 2009 bestand täglich das Angebot einer öffentlichen Sonderführung. Es gab Tage, an denen vier Führungen unmittelbar nach einander oder parallel im Kaufhaus unterwegs waren.

Auch am letzten Öffnungstag – am Sonntag, dem 1. November – nahmen die viele Besucher an den Sonderführung teil und konnten so noch ein letztes Mal vor der Winterszeit das historische Kaufhaus durchstöbern.

Auch der Museumsladen, der dort betrieben wird, wo sich die erste “Handlung” im Haus befand, erfreute sich enormer Beliebtheit. Die weiteren Aufnahmen zeigen eine der letzten Führungen.

Mehr als ein Kaufhaus …

Das Kaufhaus Pfeiffer ist mehr als ein Kaufhaus.

Diese Mitteilung mag nun zunächst niemanden in größeres Erstaunen zu versetzen. Was aber verbrigt sich denn genau hinter dem Wörtchen “mehr”?

Zunächst: Das Kaufhaus ist nicht etwa nur ein “Dorflädele” oder gar ein “Tante-Emma-Laden”. Es trägt den Namen “Kaufhaus” und verdient ihn auch. Darüber hinaus präsentiert sich das Kaufhaus im Freilichtmuseum nicht mit einer irgendwie zusammenkombinierten “schönen bunten Warenwelt”. Was die Besucher zu sehen bekommen, ist ein authentisch eingerichtetes Gebäude; das bedeutet, die Darstellung hält sich an die konkrete und nachweisbare Einrichtungsituation des letzten Bewohners und Betreibers Franz Pfeiffer.

Das Kaufhaus Pfeiffer erzählt also eine tatsächliche historische Geschichte – die Geschichte des historischen Kaufhauses selbst, aber eben auch die des gesamten Gebäudes, seiner ehemaligen Bewohner und auch der Menschen, die im Kaufhaus eingekauft haben.

Es sind somit viele Geschichten, die der Besucher in allen Winkeln dieses großen Gebäudes herauslesen kann. Geschichten, die sich ergänzen und gegenseitig vertiefen, aber auch solche, die vermeintlich weit entfernte Aspekte ins Spiel bringen und so dem ganzen Erlebnis neue Dimensionen hinzufügen. Oft sind es fast mikroskopisch kleine Details in der sonstigen Überfülle, die bei einer Betrachtung aus der ihnen eigenen Perspektive enorm Interessantes eröffnen.

So beispielsweise die Werbung, die in großer Zahl und vielfältigen Ausdrucksformen im Kaufhaus Pfeiffer zu finden ist.

Oder: Was mögen das für Geschäfte gewesen sein, die über diesen Schreibtisch abgewickelt wurden?

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Oder: Was mögen das für Geschichten sein, die aus den persönlichen Dingen, Überbleibseln, Alltagsresten sprechen …

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Oder: Wie mögen die Kleider ausgesehen haben, die auf dieser Theke geschneidert wurden?

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Wir werden in der folgenden Zeit hier immer wieder Objekt herausgreifen, um so die (in jedem Wortsinn) außergewöhnlichen Aspekte zu beleuchten, die das Kaufhaus Pfeiffer verborgen hält.

Es empfiehlt sich also, hier immer einmal wieder vorbeizuschauen … und natürlich im Kaufhaus Pfeiffer selbst.

Heute frische Mieder!

So oder so ähnlich, könnten wir das tagtäglich mit “neuen” Angeboten verkünden. Es gibt so viele  Waren, soooo viel zu bestaunen… Und, zugegeben, auch wenn die Mieder nicht mehr ganz frisch sind – sie stammen tatsächlich auch aus älteren Zeiten,  wie praktisch alles im historischen Laden im Kaufhaus Pfeiffer, und wenn man sie auch leider nicht kaufen kann (!) – aber es sind erstens eine ganze Menge historischer Miederwaren und zweitens sind sie einfach täglich auf neue sehenswert. Kleiner Trost: Im neuen Museumsladen gleich nebenan, gibt’s zwar keine Mieder zu kaufen, doch dafür doch viele andere Sachen aus dem Freilichtmuseum, auch frische…

Übrigens weitere Infos zum Kaufhaus Pfeiffer auch hier

Öffnungszeiten

Das Museum hat jetzt auch einen eigenen Museumsladen. Endlich können unsere Besucherinnen und Besucher auch nach Herrzenslust “kramen” und das eine oder andere Erinnerungsstück oder einfach was zum Naschen – vielleicht die berühmten Himbeerbonbons – einkaufen.

Der neue Museumsladen im “Kaufhaus Pfeiffer”, gleich neben dem historischen Kaufladen, ist täglich (außer montags) von 11 – 18 Uhr geöffnet. Die Mitarbeiterinnen im Museumsladen freuen sich auf  jeden Besuch.

Die Einrichtung des neuen Museumsladens wurde gefördert durch das LEADER-Programm aus der LEADER-Region SüdWestAlb (Zollernalbkreis und Landkreis Tuttlingen), also aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg.
Mehr zur LEADER SüdWestAlb

“Da kommen einem ja die Tränen!”

“Da kommen einem ja die Tränen!”, rief spontan eine Mitarbeiterin, als sie zum ersten Mal den eingerichteten historischen Laden betreten durfte. “Da kommen einem ja die Tränen vor lauter Schauen.”

So mag es wohl vielen Besuchern gegangen sein, als sie nun in den vergangenen zwei Öffnungstagen den Laden betraten. Ja selbst uns Mitarbeitern geht es immer noch so, da es so viel zu Schauen und Staunen gibt.

Die Eröffnungsfeier war ein voller Erfolg. Wie bestellt hörte es um 10.30 Uhr auf zu regnen, pünktlich zum Festakt um 11 Uhr lachte die Sonne. Landrat Wolf MdL steigerte mit einer lebhaften Rede noch die Spannung, die Musikkapelle aus Stetten a.k.M. umrahmte feierlich den Festakt. Auch Herr Hipp, Bürgermeister von Stetten a.k.M. gratulierte dem Museum zu seinem neuen Schmuckstück, die Volkskundler Christof Heppeler und Bettina Zundel sowie Museumsleiter Walter Knittel gaben noch eine unterhaltsame Einführung in die Haus- und Bewohnergeschichte, bevor Bernd Jäger von der Firma Jako Baudenkmalpflege (Hauptverantwortlicher für die Umsetzung und Restaurierung des Gebäudes) dem Landrat den Schlüsselbund für das Gebäude überreichte.

Nach einem kurzen “Fotoshooting” für die Presse stürmten die zahlreichen gespannten Besucher das Kaufhaus Pfeiffer. Sowohl der historische Laden als auch die Wohn- und Schlafräume des letzten Bewohners Franz Pfeiffer sowie der neue Museumsladen, in dem nun wahrhaft eingekauft werden darf, fanden großen Anklang. Aber genug der Worte – schauen Sie die Bilder an und planen Sie nun Ihren nächsten Besuch im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck ein. Das müssen Sie schließlich gesehen haben.

Tipp:

Bis 1. November wird dienstags bis sonntags täglich um 15 Uhr eine Führung durch das Kaufhaus Pfeiffer angeboten. Unkostenbeitrag: 1 €.

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