Freilichtmuseum Neuhausen

Archive vom März 2008

Dorfladen für das Museum

Mit dem Kaufhaus Pfeiffer kommt nicht nur eine kulturhistorisch einmalige Einrichtung ins Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, das “neue” Gebäude wird auch zusätzlich ein “Museumslädele” beheimaten. Während der historische Laden des Kaufhauses Pfeiffer mit seiner Einrichtung von 1925 im rechten Teil des Gebäudes wieder ganz so wie in seinem Schlusszustand als Ausstellung eingerichtet werden wird, wird im linken Teil des Erdgeschosses ein Verkaufsladen eingebaut. Dort, wo ursprünglich die Stube und später Lagerraum war, wird sich das “Museumslädele” über die ganze Haustiefe hin erstrecken. In diesem Bereich wurden vor 1925, also bis zum großen Umbau des Gebäudes, auch schon Kolonialwaren verkauft und das schon mindestens seit 1859.

Der neue Verkaufsladen soll kein moderner Museumsshop sein, sondern im Stile eines alten Tante-Emma-Ladens eingerichtet werden. Da wird dann ein buntes, zum Museumsdorf passendes Sortiment angeboten werden, ganz so, wie man es früher auf dem Dorf in solchen Dorfläden bekommen konnte.

Was kann man sich da nicht alles vorstellen: Handwerkliche Produkte aus dem Museum, haltbare Lebensmittel, z. B. in Gläsern und Dosen, heimisches Obst, andere regionale Produkte, natürlich Bonbons in Gläsern und vielem anderes mehr… da schlagen nicht nur Kinderherzen höher…
Was würden Sie sich da als Angebot wünschen?

Löhlebempes – warum?

Der letzte Besitzer des Kaufhauses Pfeiffer, Franz Pfeiffer, war auf dem ganzen Heuberg nur als der “Löhlebempes” bekannt. “Wenn Du was brauchst und sonst nirgends findest, dann musst Du einfach zum ‘Löhlebempes’ nach Stetten gehen…”, so hieß es früher rund um Stetten am kalten Markt. Er selbst hat diesen Übernamen natürlich nicht gerne gehört, aber so ist das halt mit Übernamen…

Aber woher kommt dieser Übername? Es kursieren wohl einige Versionen, warum Franz Pfeiffer so genannt wurde. Fakt ist jedenfalls, dass um 1858 eine Agathe Sprißler das damalige “Wohnhaus mit Stall und Scheuer” in die Ehe mit einem Balthasar Löhle einbrachte. Letzterer hat also in das Haus eingeheiratet. Spätestens in der Zeit muss übrigens auch das “Kaufhaus Pfeiffer” erstmals eingerichtet worden sein.
1860 wird deren Sohn Jakob geboren. Aber bereits 1864 verlässt Balthasar Löhle seine Frau und wandert nach Amerika aus! Dort stirbt er im Jahr 1870 in Newark/USA.
Zwei Jahre später, 1872, heiratet Agathe Löhle, geb. Sprißler, den Kaufmann Friedrich Pfeiffer aus Stockach, den Großvater des letzten Besitzers Franz Pfeiffer.

Was gibt es für Geschichten um jenen außergewöhnliche Person Balthasar Löhle? Welche Legenden haben sich auch um ihn gerankt, dass der ledige und wohl sehr eigenwillige Franz Pfeiffer wohl in die Nähe dieses Vorjahren gerückt wurde? Nicht selten haben früher ja Nachfahren auch immer den “Hausnamen” verliehen bekommen… (s’Löhles Haus z. B.)

Und was ist der “Bempes”? Wohl ein kleiner, eher untersetzer Mann … Könnte ja passen…

Gewölbekeller am Stück

Das Kaufhaus Pfeiffer ist ja in Stetten am kalten Markt fast vollständig abgebaut. Es steht nur noch der alte Gewölbekeller an seinem alten Platz. Dieser wird aber nicht mehr allzu lange dort verbleiben, denn er wird im Juni dieses Jahres direkt ins Freilichtmuseum nach Neuhausen ob Eck versetzt, und zwar an einem Stück. Am 12./13. Juni 2008 wird der Gewölbekeller von der Firma JaKo-Baudenkmalpflege an einem Stück auf den Tieflader geladen und ins Freilichtmuseum transportiert. Dort wird er an seinem neuen Standort im Albdorf des Museums auf das Fundament gesetzt. Die Aktion wird der Höhepunkt unseres großen Festaktes zum 20-jährigen Jubiläum des Freilichtmuseums am 13. Juni sein.

Interessante Presseartikel

Die Umsetzung des Kaufhauses Pfeiffer ins Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck wird laufend auch durch die Medien begleitet. Neben mehreren Fernsehberichten (Südwestfernsehen – Landesschau, Regio TV Euro3) und Rundfunkberichten (SWR, Radio 7, Radio Neckarburg) gab es bisher eine Vielzahl an Zeitungsartikeln.

Es sind zwar alle interessant und werden auch vom Museum gesammelt und dokumentiert, einige umfangreiche oder außergewöhnliche Artikel aber stellen wir auch hier ein.

Artikel: Die Fundgrube des Löhlebempes

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Artikel: Ein ganzes Haus zieht um

(Download als pdf, 371 kB)

Kaufhaus macht sich schön fürs Museum

(Download als pdf, 578 kB)

Spannender Zwischenaufbau

Das Kaufhaus Pfeiffer wird derzeit in Rot an der Rot in der großen Halle der Firma JaKo-Baudenkmalpflege von den Fachleuten Stück für Stück wieder aufgebaut und angepasst.Kaufhaus Pfeiffer - Zwischenaufbau

Dabei wird überprüft, ob alle Wand- und Deckenteile verwendet werden können. Schadhafte Teile werden ausgewechselt, repariert oder restauriert.

Zudem werden die Höhen exakt gemessen und für die Umsetzung auf das Fundament am neuen Standort, das ja sich ans Gelände im Museum anpassen muss, festgelegt. Erst dann können die Fundamente im Museum vorbereitet werden. Am Ende soll ja alles millimetergenau aufeinander passen.

Weite Teile des Erdgeschosses sind bereits aufgestellt. Auch einige Wände des Obergeschosses sind schon auf die Wände und Decken des Erdgeschosses aufgesetzt. Dabei werden auch Vorbereitungen für die endgültigen Verbindungen zwischen den getrennten Mauerteilen getroffen. Es geht täglich voran…

Einmalige Einrichtung

Das Kaufhaus Pfeiffer hat uns eine Fülle schier unglaublicher Schätze beschert. Wir haben diese für die Nachwelt gesichert und bereiten diese für die Ausstellung im Kaufhaus Pfeiffer im Museum vor.

Zum Geschichte des Gebäudes gehören auch zwei Oldtimer-Autos und ein altes Motorrad.

einrichtung_11.jpgBei all den vielen Gegenständen und Objekten, den Besonderheiten wie dem Verkaufsraum selber oder der Schneiderei darf eines nicht übersehen werden: die vorgefundene Einrichtung des Hauses. Die Einrichtung der Geschäftsräume, aber auch die der Wohnräume zeigt sich fast unberührt so, wie sie in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Möbel, Öfen, Lampen, Stromleitungen, Lichtschalter, Bodenbeläge, Vorhänge … bis in das kleinste Detail versetzt einem dieses Haus in Erstaunen.

Natürlich ist es das Bestreben der Museumsmacher, diese Fülle den Besuchern des Kaufhauses „Pfeiffer“ am neuen Standort im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck zu erschließen. Fraglos wird es ganzheitlich eingerichtete Bereiche in dem Haus geben. Darüber hinaus werden sich Infozellen einzelner Schwerpunktthemen annehmen – als Dauereinrichtung, aber auch durchaus zeitlich wechselnd.

einrichtung_2.jpgBis dahin liegt noch ein langer Weg vor uns. Wer sich für die Stationen dieses Weges interessiert, hat nun die Möglichkeit, die neuesten Nachrichten dazu in unserem Blog zu abonnieren (RSS).

Aktuelle Infos zum Abbau des Kaufhauses Pfeiffer

Abbau DachgeschossDie Bauaufnahme und Schadenskartierung durch die Firma JaKo Baudenkmalpflege hat wertvolle Erkenntnisse über die verschiedenen Bauphasen und den Zustand des Gebäudes erbracht.
Die Ergebnisse der Untersuchungen haben im Wesentlichen die Befunde über die Baugeschichte des Gebäudes aus den archivalischen Forschungen ergänzt und bestätigt.

Für diese Untersuchungen wurden die Außenwände und im Innenbereich Böden und Wandteile an verschiedenen Stellen geöffnet, um den Erhaltungszustand der Hölzer erkunden zu können.

Dies war nun auch die Grundlage für die Entscheidung, welche Wandteile am Stück in Großteilen umgesetzt werden konnten und welche Wände aufgrund von Bauschäden zerlegt mussten und wieder restauriert werden müssen.

Ab Mitte April 2007 wurden die Nebenbauten wie die Garage und der rückwärtige Schuppen abgetragen. Diese modernen Nebenbauten werden nicht erhalten.

Während das Dach fachmännisch von den Zimmerleuten in Einzelteile zerlegt wurde, wurden die Wände der einzelnen Stockwerke fast ausschließlich in großen Teilen am Stück in ihrer Orginalsubstanz gesichert und abtransportiert.

Das Gebäude wurde schrittweise und stockwerksweise von oben her verpackt, gesichert und abgebaut. Die Großteile wurden alle auf Tiefladern nach Rot an der Rot zum zur Restaurierung und zum zwischenzeitlichen Wiederaufbau transportiert.

Am 13. Juni 2007 wurden dann zunächst die rückwärtigen Anbauten abgebaut. Die Wände und Decken der Anbauten waren in den Tagen davor sorgfältig verpackt und transportsicher gemacht worden. Sie wurden mit einem großen Kran abgehoben und verladen. Die einzelnen Wandelemente sind bis zu 5,70 m lang und bis 2,52 hoch. Die beiden Decken haben Überbreite (bis zu 3,80 m) und mussten abends liegend als Schwertransport mit Überbreite transportiert werden.

Am 17. Juli 2007 war das Dachgeschoss dran. Nachdem die Ziegel und das Dachgebälk vorher abgebaut worden und die Giebel- und Zwischenwände des Dachgeschosses sowie die Decken des Obergeschosses und zwei Kaminteile verpackt worden waren, wurden Sie nun ebenfalls einzeln abgehoben und verladen.Abbau Kaufhaus PfeifferAbbau Dachgeschoss

Am 11. und 12. September 2007 wurden die Fachwerkwände des Obergschosses in 15 großen Teilen abgebaut, verladen und ebenfalls nach Rot a. d. R. abtransportiert. Derzeit stehen noch eine Giebelwand und ein Teil des rückwärtigen Anbaus mit dem hinteren Treppenhaus.

Im Oktober wurde schließlich das Erdgeschoss abgetragen. Der alte Gewölbekeller verbleibt dagegen zunächst noch vor Ort in Stetten. Er soll im Juni 2008 ebenfalls am Stück (!) direkt ins Freilichtmuseum umgesetzt werden.

In Rot an der Rot wird das Gebäude in der großen Halle der Firma JaKo-Baudenkmalpflege in seinen wesentlichen Teilen wieder zusammengefügt und restauriert. Ab Spätsommer 2008 sollen dann der engültige Umzug ins Freilichtmuseum erfolgen.