Archive vom November 2009
Was machen die denn im Winter?
So buchstabiert sich die berühmte und oft wiederkehrende Frage, die sich Besucher von Freilichtmuseen spätestens zum Beginn der Winterpause der entsprechenden Häuser stellen; und der eine oder andere angesprochene Museumsmitarbeiter ließ sich unter der Massivkonfrontation mit der Frage schon zu Nonsens-Antworten hinreißen, etwa zu dem Hinweis auf bärenbauähnliche Massenlager, die in einem verborgenen Museumswinkel einem belegschaftsübergreifenden Winterschlaf Raum bieten.
Eines aber ist klar: Wer im Museum schläft, der sündigt. Denn die Zeit verstreicht und hinterlässt Spuren, und sind dies Spuren des Verfalls, ist es aus Museumssicht zu spät.
Das gilt auch für ganz neue und frisch eingerichtete Objekte wie das Kaufhaus Pfeiffer. Und was vordergründig schön anzusehen ist und auch geschlossen und authentisch durchstrukturiert ist, offenbart beim Blick durch die Lupe Problemzonen. Das kann dann etwa folgendermaßen aussehen:
Auf einen Blick:
Was also machen die denn im Winter? Jetzt springt es ins Auge
Und so nimmt denn auch der Adventskalender für das Neue Kaufhaus-Pfeiffer-Jahr Gestalt an.
So gesehen ergeben sich elf neue Türchen und Fensterchen, die für die neue Saison im Kaufhaus Pfeiffer zu öffnen sind.
Elf, und dann ist noch lange nicht Weihnachten …
Inventur
Auch der Museumsladen muss für den Winter ausgeräumt werden. So nämlich:
Hier bin ich bei der Inventur (zugegeben, nicht gerade meine Lieblingsaufgabe, auch wenn ich mich bemühe, ein fröhliches Gesicht zu machen):
Bei der Inventur wird erst mal gezählt. Dabei ist neben der Abrechnung für uns wichtig: Was haben SIE, unsere Besucher, gekauft? Was hat Sie besonders interessiert? Oder was blieb liegen?
Eines kann ich schon sagen: Es gab keine Ladenhüter. Am Begehrtesten waren die Süßigkeiten, so haben wir unter anderem in 6 Wochen immerhin 12 kg Himbeerbonbons verkauft, die klassischen “Guzle” aus dem Glas. Beliebt waren auch unsere Schiefertafeln nebst Zubehör wie Griffel und Schwämmchen.
Endlich hatte auch die im Museum produzierte Ware von unseren Museumshandwerkern einen Platz gefunden, an dem sie ausgestellt und verkauft werden konnte. So etwa die Hufeisen von unserem Schmied, handgesponnene und -gezwirnte Wolle oder handgewobene und selbst genähte Geschirrtücher. Außerdem gab es Töpferware, wertvolles Kräutersalz sowie Essig und Badezusätze von der Kräuterpädagogin, Kerzen und Honig vom Imker, Selbstgemachtes vom Museumsschreiner, vom Wagner und Filzprodukte.
Daneben waren erlesene Produkte aus der Region im Angebot, wie etwa Bierbalsamico, Nudeln, Schnaps und Marmelade.
Tja, wenn Sie dieses Angebot verpasst haben, so haben Sie nächstes Jahr ab 3. April eine neue Chance, den Laden zu besuchen. Und das Sortiment wird nicht kleiner, denn wir haben noch viele Ideen, was Sie bei uns interessieren könnte. Versprochen!
Kaufhaus Pfeiffer winterfest
Wie alle Gebäude im Freilichtmuseum muss auch des Kaufhaus Pfeiffer winterfest gemacht werden.
Das bedeutet, alle Gegenstände, die in irgendeiner Weise durch Klima oder Schädlinge Schaden nehmen könnten, müssen unter Bedingungen eingelagert werden, die den Erhalt gewährleisten. Die Mitarbeiter des Freilichtmuseums sind da besonders gefordert, gilt es doch Stück für Stück aus dem Originalgebäude zu entnehmen und ins Winterdepot zu überführen; dabei muss aber höchste Sorgfalt walten, damit alle Gegenstände den Umzug wohlbehalten überstehen und so natürlich auch um Frühling wieder an exakt den originalen Platz im Kaufhaus zurückfinden.
Erst wenn das Gebäude wirklich “leer steht”, darf es in den wohl verdienten, ersten Winterschlaf im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck eintreten. Vorher herrscht trotz Kälte und früher Dunkelheit noch emsige Geschäftigkeit im und um das Gebäude.
Die Fotografien zeigen die Museumsmanschaft beim Auszug aus dem Kaufhaus Pfeiffer.
Kaufhaus Pfeiffer by night
Nur vordergründig begibt sich das Projekt “Kaufhaus Pfeiffer” nun, nachdem das Freilichtmuseum seine Pforten geschlossen hat, in den Winterschlaf.
Das Kaufhaus verbirgt eine Vielzahl von Facetten und damit weit mehr, als bisher gezeigt werden konnte. Die Museumsmitarbeiter, die mit der weiteren Erforschung und Präsentation des Kaufhauses betraut sind – Wissenschaftler und Pädagogen -, werden deshalb die Winterszeit nützen, um das Gebäude bis Frühling 2010 um Neues und Interessantes zu erweitern.
Das Museumsgebäude selbst allerdings muß winterfest gemacht werden. So gesehen stimmt die Rede vom Winterschlaf doch.
Diese Stimmung andeutend zeigte sich das neueste Museumsgebäude schon in den letzten Öffnungstagen recht “romantisch” – nämlich nachts.
Bis zuletzt …
… blieb das Interesse der Museumsbesucher am Kaufhaus Pfeiffer in der Museumssaison 2009 über die Maßen groß. Seit der Eröffnung am 21. September 2009 bestand täglich das Angebot einer öffentlichen Sonderführung. Es gab Tage, an denen vier Führungen unmittelbar nach einander oder parallel im Kaufhaus unterwegs waren.
Auch am letzten Öffnungstag – am Sonntag, dem 1. November – nahmen die viele Besucher an den Sonderführung teil und konnten so noch ein letztes Mal vor der Winterszeit das historische Kaufhaus durchstöbern.
Auch der Museumsladen, der dort betrieben wird, wo sich die erste “Handlung” im Haus befand, erfreute sich enormer Beliebtheit. Die weiteren Aufnahmen zeigen eine der letzten Führungen.




















