Freilichtmuseum Neuhausen

Archiv der ‘Bewohnergeschichte’ Kategorie

Von Onkel Franz zu Tante Emma

Einen Vortragsabend zur Geschichte des “Kaufhaus Pfeiffer” bietet das Museumsteam des Freilichtmuseums am Donnerstag, 26. August ab 20 Uhr in der Museumsgaststätte “Ochsen”.
Franz Pfeiffer führte den Laden über 42 Jahre lang fast unverändert bis den historischen Laden, so wie er jetzt im Freilichtmuseum zu besichtigen ist. Dieser war weit mehr als ein normaler “Tante-Emma-Laden”…
Der Eintrittt beträgt 4,- EUR. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Neues aus der Geschichte des Kaufhauses Pfeiffer

Aufgrund der Archivrecherchen des Tuttlinger Kreisarchivars Dr. Hans-Joachim Schuster wissen wir wieder einiges mehr über die Geschichte des Kaufhauses Pfeiffer und seiner Bewohner, das im Herbst nun ins Freilichtmuseum kommt. Nun ist es raus: Das Haus wurde (erst) im Jahr 1852 erbaut, und zwar von dem Hauptlehrer Johann Nepomuk Drißner auf einem bisher unbebauten Teil des Stettener Kaplaneigartens.
Er übergab sein Haus drei jahre (1855) später an seinen Sohn Joseph Anton, als dieser Agatha Sprißler heiratete…

Nach nur dreijähriger Ehe verstarb jedoch Joseph Anton Drißner (23.09.1858) im Alter von nur 35 Jahren. Sein Frau Agatha, der das Haus nun gehörte, bekam anderthalb Jahre später ein uneheliches Kind, namens Jacob, von dem Unterlehrer Cosmas Mayer aus Liptingen.

Sie muss ein sehr bewegtes Leben geführt haben… 

Am 27.06.1861 heiratete Agatha ein zweites Mal, nun den Kaufmann Balthasar Löhle aus Ringenbach. Dieser adoptierte den unehelichen Jacob. Er hat offensichtlich auch mit dem Warenhandel in diesem Haus angefangen.
Nach nur zwei Jahren (1863) allerdings verließ Balthasar Löhle seine Familie und wanderte nach Amerika aus, wo er am 8. August 1870 verstarb.

In der Zwischenzeit bekam Agatha einen zweiten unehelichen Sohn, Stephan, der am 26.01.1870 geboren wurde.

Am 2. Mai 1872 heiratete Agatha zum dritten Mal, nun den Kaufmann Peter Friedrich Pfeiffer aus Stockach, Sohn des Baptist Pfeiffer, Metzger. Aus dieser Ehe gehen nochmals sechs Kinder hervor, wovon jedoch zwei gleich im ersten Lebensjahr starben. Peter Friedrich Pfeiffer erweiterte die Warengeschäfte und das Angebot deutlich.

Sein jüngster Sohn, Friedrich (geb. 1880) übernahm im Jahr 1911 das Ladengeschäft.