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Der Winter ist da
Pünktlich zum Wiederaufbau der Kaufhauses Pfeiffer begann es zu schneien. Von der Jahreszeit her würde man vielleicht einen Schneefall erwarten, den die schwäbische Zunge mit dem Verb „fätzle“ umschreibt. Am Donnerstag vergangener Woche (30. Oktober) lagen dann aber im Museum – immerhin ja auf fast 800 Metern Höhe heimisch – mindestens 30 Zentimeter Neuschnee.
Das hatte zur Folge, dass die Wiese vor der Kirche erst freigeschippt werden musste, bevor die laufend hinzukommenden Bauteile fachgerecht abgeladen und zwischengelagert werden konnten. Auch der Transport der Wandteile auf großen Tiefladern, gerade innerhalb des Museums, ließ sich durch die Schneelage nur unter erheblich erschwerten Bedingungen abwickeln.
Die unten stehenden Fotos zeigen die Verhältnisse am angesprochenen Donnerstag vor Ort. Beim Anblick der Bilder wundert es niemand, dass am Nachmittag dann die Arbeiten für Donnerstag und Freitag eingestellt werden mussten. Am heutigen Montag legt das Aufbau-Team unter einigermaßen besseren Bedingungen wieder Hand an das Kaufhaus Pfeiffer.
Der Aufbau läuft auf Hochtouren!
Am gestrigen Dienstag kamen per Tieflader schon eine große Menge Wandteile im Freilichtmuseum an. Sie wurden zum Teil noch im Dunkeln unter Zuhilfenahme eines Lichtmastens an der Baustelle abgeladen.Das Team der Firma JaKo Baudenkmale hat sogar schon einige Wandteile im Gebäude versetzt. Das geschieht mit einer unglaublichen Präzision, die gepaart ist mit einer stoischen Ruhe beim Arbeiten. Dem Betrachter verschlägt es regelrecht die Sprache. Die Leichtigkeit, mit der hier riesige Gewichte bewegt und an der ursprünglichen Stelle des Hauses wieder eingesetzt werden, lässt einem unwillkürlich an das Spiel mit Lego-Bausteinen denken. Man es muss sich und den Museumsbesuchern regelrecht bewusst machen, welcher sensationellen Ereignisse man gerade Zeuge wird.
Bitter ist allein das schlechte Wetter, das dem Bau am Kaufhaus Pfeiffer nicht gerade zuträglich ist. Aber nicht einmal der Schnee scheint den JaKo-Leute wirklich etwas auszumachen.
Kaufhaus Pfeiffer wird aufgebaut
Ab heute, Dienstag, werden die historischen Bauteile des Kaufhauses Pfeiffer im Freilichtmuseum aufgebaut. Die ersten Wandelemente des Erdgeschosses wurde heute angeliefert und bereits die ersten Mauern aufgestellt.
Das sind die ersten Fotos vom Wiederaufbau:
Wiederaufbau-Termin steht
Jetzt steht es fest: Ab 28. Oktober wird das Kaufhaus Pfeiffer im Freilichtmuseum am neuen Standort aufgebaut. Die Firma Jako-Baudenkmalpflege, in deren Halle das Gebäude nun knapp ein Jahr lang restauriert und für den Wiederaufbau vorbereitet wurde, wird die historischen Gebäudeteile innerhalb von zwei Wochen aufbauen. In der letzten Oktoberwoche wird das Erdgeschoss mit den massiven Wänden ins Museumsdorf transportiert und aufgerichtet, in der ersten Novemberwoche dann das Obergeschoss und das Dachgeschoss mit deren Fachwerkwänden. Da das Gebäude in Großteilen abgebaut wurde, geht es auch recht rasch beim Wiederaufbau, wenn die großen Wand- und Deckenelemente angeliefert und zusammengebaut werden.
Bald kommt das Kaufhaus
Die Vorbereitungen für den Wiederaufbau des Kaufhauses Pfeiffer im Freilichtmuseum gehen nach der Sommerpause nun wieder unvermindert weiter. Nur noch wenige Wochen, Mitte Oktober nach dem großen Museumsfest “Neuhauser Kirbe”, werden die ersten originalen Wandteile im Museum wieder aufgebaut werden.
Am kommenden Sonntag, 21. September sind im Rahmen des “Bauhandwerkertages” im Freilichtmuseum auch Mitarbeiter der Firma “JaKo-Baudenkmalpflege” da, die Fragen zur Umsetzung und Restaurierung sowie zum Wiederaufbau gerne beantworten…
Eilmeldung!
Die SWR Landesschau Baden-Württemberg strahlt heute um 18.45 Uhr die Aufnahmen aus, die heute Vormittag bei der Firma JaKo Baudenkmalpflege in Rot an der Rot gedreht wurden.
Die Ankündigung des SWR liest folgendermaßen:
“Jobtausch
Wissen Sie was sich hinter ‘Translozieren’ verbirgt? SWR1-Moderator Matthias Holtmann und Landesschau-Moderatorin Martina Meisenberg werden es für Sie herausfinden.”
Wie es ihnen ergangen ist, werden wir also heute Abend begutachten können.
Moderatoren packen´s an
Mit diesem Slogan schickt der SWR1 alljährlich seine Moderatoren und Moderatorinnen im Sommer über die Lande, wo sie einen Tag lang alltägliche oder außergewöhnliche „Ferienjobs“ übernehmen und live von ihren Erfahrungen berichten. Schon letztes Jahr war das Freilichtmuseum Teil dieser Aktion. Der Moderator Thomas Schmidt, gemeinsam mit der SWR-Fernseh-Moderatorin Bernadette Schoog, versuchte sich als Schweinehirt.
Dieses Jahr besucht das SWR-Urgestein Mathias Holtmann die Firma JaKo Baudenkmalpflege in Rot an der Rot, um sich mit der Translozierung des „Kaufhauses Pfeiffer“ zu beschäftigen. Gesendet wird den ganzen Tag über direkt vom Einsatzort.
Demnächst sind im Kaufhaus-Pfeiffer-Blog mehr Informationen zum Moderatoreneinsatz am Kaufhaus zu finden.
Links zu Thema
Moderne Baustelle im Freilichtmuseum?
Wer derzeit durch das Freilichtmuseum wandelt, trifft am Dorfplatz auf eine Baustelle, aus der heraus ein Gebäude zu entstehen scheint, das alles andere als den Grundlinien des Museums entspricht. In einem Freilichtmuseum werden ausschließlich originale Gebäude gezeigt, so die Maxime. Was dem Museumsbesucher nun aber aus der Baugrube regelrecht entgegen schreit, sind Schalungen, Eisenverstrebungen und Betonfundamente. Es entsteht so der klare Eindruck: Hier wird nicht ein Original wieder aufgebaut, sondern ein Bauwerk ganz und gar neu errichtet.
Wie passen die Gegensätze zusammen?
Vor der Beantwortung der Frage gilt es sich Folgendes klar zu machen: Was momentan mit dem Gebäude „Kaufhaus Pfeiffer“ geschieht, ist hochmodern. Allein schon, wenn ihm die museale Idee übergestülpt wird, hat dies mit seinem authentischen Dasein nichts zu tun. Die Tatsache, dass ein Haus von der Art des Kaufhauses in einzelne Großteile zerschnitten wird, nur um es an anderer Stelle erneut zusammenzusetzen, ist in seiner Genetik nicht vorgesehen. Was paradox klingt, ist es auch: Der Gang ins Museum lässt Gebäude und Einrichtung überleben, beraubt es aber seines ursprünglichen „Wesens“.
Historische Bausubstanz trifft also notwendigerweise auf moderne Technik. Damit ist aber die Eingangsfrage noch nicht beantwortet. Das Kaufhaus Pfeiffer, so wie es sich im Freilichtmuseum präsentieren wird, nimmt Funktionen an, die es in seinem Leben nie hatte. Eine aber soll ihm erhalten bleiben: die des Kaufhauses. Die meisten Räumlichkeiten werden ohne Frage authentisch eingerichtet. Dort aber, wo sich zuletzt ein Lager und einst der Ursprungsladen befand, zieht der so genannte „Dorfladen“ ein. Schon in seinem Namen setzt er sich von verwandten „Museumsshops“ ab. Seine Bestimmung wurde hier im Blog schon ausführlich erklärt (siehe Beitrag “Dorfladen für das Museum“).
Zurück zur Baustelle. In den historischen Mauern des Gebäudes hätte sich der Dorfladen nie verwirklichen lassen. Moderne Lagerräume, Kühlräume und Sozialräume sind heute notwendig und dringlich – doch allein ihre Namen sperren sich schon dem Einzug in ein historisches Kaufhaus. Was momentan die Baustelle optisch dominiert, ist der Einbau solcher Funktionszonen.
Und wenn sie jetzt so offen liegen und so gar nicht ins Museum passen, so bleiben sie in Zukunft gänzlich unsichtbar. Sie liegen komplett unter der Erde.
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Die Fotos zeigen die Baustelle und das Fundament aus verschiedenen Blickwinkeln. Auf dem letzten Bild verbirgt sich unter der weißen Plan der am Stück versetzte Gewölbekeller.
Keller vor dem Umzug
Nun ist es (fast) soweit: Mit dem Gewölbekeller zieht das “letzte Stück” des Kaufhauses Pfeiffer aus Stetten am kalten Markt ab. Die Vorbeitungen für den Umzu sind weitgehend abgeschlossen. Der Gewölbekeller, der ja am 12. Juni an einem Stück abtransportiert werden wird, ist “eingepackt” und so gesichert, dass er dann mit dem Kran vom Boden abgehoben werden kann. Das wird spannend!
Für den Transport wurde quasi mit einem “Betonkranz” unterfangen. Dazu wurde fünf Stahlträger quer untergeschoben. Diese liegen dann auf zwei Längsträgern, an denen dann der gesamte Keller “aufgehängt” wird. Innen ist der Keller mit Holz verschalt und verstrebt, um die entstehenden Druck- und Zugkräfte auszugleichen.
Baustelle im Museum
Das Kaufhaus Pfeiffer wird im Freilichtmuseum in Neuhausen ob Eck am “Dorfplatz” direkt neben dem Schul- und Rathaus aufgebaut. Dort wurde jetzt die Baustelle eingerichtet. Die Vorbereitungen für den Wiederaufbau des Hauses laufen bereits auf Hochtouren. Dort, wo sonst die Tanzbühne für den Volksmusiktag aufgebaut war oder die “Lustbarkeiten der alten Kirchweih” beim Museumsfest lockten, wurde jetzt die Baugrube ausgehoben.
Die Erd- und Fundamentierungsarbeiten sind in vollem Gange, damit am 13. Juni der Gewölbekeller (am Stück!) auf das neue Fundament gesetzt werden kann. Heute wurde die Bodenplatte betoniert…![]()
