Freilichtmuseum Neuhausen

Kaufhaus Pfeiffer winterfest

Wie alle Gebäude im Freilichtmuseum muss auch des Kaufhaus Pfeiffer winterfest gemacht werden.

Das bedeutet, alle Gegenstände, die in irgendeiner Weise durch Klima oder Schädlinge Schaden nehmen könnten, müssen unter Bedingungen eingelagert werden, die den Erhalt gewährleisten. Die Mitarbeiter des Freilichtmuseums sind da besonders gefordert, gilt es doch Stück für Stück aus dem Originalgebäude zu entnehmen und ins Winterdepot zu überführen;  dabei muss aber höchste Sorgfalt walten, damit alle Gegenstände den Umzug wohlbehalten überstehen und so natürlich auch um Frühling wieder an exakt den originalen Platz im Kaufhaus zurückfinden.

Erst wenn das Gebäude wirklich “leer steht”, darf es in den wohl verdienten, ersten Winterschlaf im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck eintreten. Vorher herrscht trotz Kälte und früher Dunkelheit noch emsige Geschäftigkeit im und um das  Gebäude.

Die Fotografien zeigen die Museumsmanschaft beim Auszug aus dem Kaufhaus Pfeiffer.

Kaufhaus Pfeiffer by night

Nur vordergründig begibt sich das Projekt “Kaufhaus Pfeiffer” nun, nachdem das Freilichtmuseum seine Pforten geschlossen hat, in den Winterschlaf.

Das Kaufhaus verbirgt eine Vielzahl von Facetten und damit weit mehr, als bisher gezeigt werden konnte. Die Museumsmitarbeiter, die mit der weiteren Erforschung und Präsentation des Kaufhauses betraut sind – Wissenschaftler und Pädagogen -, werden deshalb die Winterszeit nützen, um das Gebäude bis Frühling 2010 um Neues und Interessantes zu erweitern.

Das Museumsgebäude selbst allerdings muß winterfest gemacht werden. So gesehen stimmt die Rede vom Winterschlaf doch.

Diese Stimmung andeutend zeigte sich das neueste Museumsgebäude schon in den letzten Öffnungstagen recht “romantisch” – nämlich nachts.

nacht

Mehr als ein Kaufhaus …

Das Kaufhaus Pfeiffer ist mehr als ein Kaufhaus.

Diese Mitteilung mag nun zunächst niemanden in größeres Erstaunen zu versetzen. Was aber verbrigt sich denn genau hinter dem Wörtchen “mehr”?

Zunächst: Das Kaufhaus ist nicht etwa nur ein “Dorflädele” oder gar ein “Tante-Emma-Laden”. Es trägt den Namen “Kaufhaus” und verdient ihn auch. Darüber hinaus präsentiert sich das Kaufhaus im Freilichtmuseum nicht mit einer irgendwie zusammenkombinierten “schönen bunten Warenwelt”. Was die Besucher zu sehen bekommen, ist ein authentisch eingerichtetes Gebäude; das bedeutet, die Darstellung hält sich an die konkrete und nachweisbare Einrichtungsituation des letzten Bewohners und Betreibers Franz Pfeiffer.

Das Kaufhaus Pfeiffer erzählt also eine tatsächliche historische Geschichte – die Geschichte des historischen Kaufhauses selbst, aber eben auch die des gesamten Gebäudes, seiner ehemaligen Bewohner und auch der Menschen, die im Kaufhaus eingekauft haben.

Es sind somit viele Geschichten, die der Besucher in allen Winkeln dieses großen Gebäudes herauslesen kann. Geschichten, die sich ergänzen und gegenseitig vertiefen, aber auch solche, die vermeintlich weit entfernte Aspekte ins Spiel bringen und so dem ganzen Erlebnis neue Dimensionen hinzufügen. Oft sind es fast mikroskopisch kleine Details in der sonstigen Überfülle, die bei einer Betrachtung aus der ihnen eigenen Perspektive enorm Interessantes eröffnen.

So beispielsweise die Werbung, die in großer Zahl und vielfältigen Ausdrucksformen im Kaufhaus Pfeiffer zu finden ist.

Oder: Was mögen das für Geschäfte gewesen sein, die über diesen Schreibtisch abgewickelt wurden?

sekretär

Oder: Was mögen das für Geschichten sein, die aus den persönlichen Dingen, Überbleibseln, Alltagsresten sprechen …

vitrine

Oder: Wie mögen die Kleider ausgesehen haben, die auf dieser Theke geschneidert wurden?

konfektion

Wir werden in der folgenden Zeit hier immer wieder Objekt herausgreifen, um so die (in jedem Wortsinn) außergewöhnlichen Aspekte zu beleuchten, die das Kaufhaus Pfeiffer verborgen hält.

Es empfiehlt sich also, hier immer einmal wieder vorbeizuschauen … und natürlich im Kaufhaus Pfeiffer selbst.

Auf der Zielgeraden!

Das Kaufhaus Pfeiffer ist fast fertig! Die Ausbauarbeiten gehen mit Volldampf dem Ende entgegen! Die Handwerker verputzen die letzten Wände! Bald kann mit der Einrichtung begonnen werden! Endlich!

Einmalige Einrichtung

Das Kaufhaus Pfeiffer hat uns eine Fülle schier unglaublicher Schätze beschert. Wir haben diese für die Nachwelt gesichert und bereiten diese für die Ausstellung im Kaufhaus Pfeiffer im Museum vor.

Zum Geschichte des Gebäudes gehören auch zwei Oldtimer-Autos und ein altes Motorrad.

einrichtung_11.jpgBei all den vielen Gegenständen und Objekten, den Besonderheiten wie dem Verkaufsraum selber oder der Schneiderei darf eines nicht übersehen werden: die vorgefundene Einrichtung des Hauses. Die Einrichtung der Geschäftsräume, aber auch die der Wohnräume zeigt sich fast unberührt so, wie sie in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Möbel, Öfen, Lampen, Stromleitungen, Lichtschalter, Bodenbeläge, Vorhänge … bis in das kleinste Detail versetzt einem dieses Haus in Erstaunen.

Natürlich ist es das Bestreben der Museumsmacher, diese Fülle den Besuchern des Kaufhauses „Pfeiffer“ am neuen Standort im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck zu erschließen. Fraglos wird es ganzheitlich eingerichtete Bereiche in dem Haus geben. Darüber hinaus werden sich Infozellen einzelner Schwerpunktthemen annehmen – als Dauereinrichtung, aber auch durchaus zeitlich wechselnd.

einrichtung_2.jpgBis dahin liegt noch ein langer Weg vor uns. Wer sich für die Stationen dieses Weges interessiert, hat nun die Möglichkeit, die neuesten Nachrichten dazu in unserem Blog zu abonnieren (RSS).