Kaufhaus Pfeiffer winterfest
Wie alle Gebäude im Freilichtmuseum muss auch des Kaufhaus Pfeiffer winterfest gemacht werden.
Das bedeutet, alle Gegenstände, die in irgendeiner Weise durch Klima oder Schädlinge Schaden nehmen könnten, müssen unter Bedingungen eingelagert werden, die den Erhalt gewährleisten. Die Mitarbeiter des Freilichtmuseums sind da besonders gefordert, gilt es doch Stück für Stück aus dem Originalgebäude zu entnehmen und ins Winterdepot zu überführen; dabei muss aber höchste Sorgfalt walten, damit alle Gegenstände den Umzug wohlbehalten überstehen und so natürlich auch um Frühling wieder an exakt den originalen Platz im Kaufhaus zurückfinden.
Erst wenn das Gebäude wirklich “leer steht”, darf es in den wohl verdienten, ersten Winterschlaf im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck eintreten. Vorher herrscht trotz Kälte und früher Dunkelheit noch emsige Geschäftigkeit im und um das Gebäude.
Die Fotografien zeigen die Museumsmanschaft beim Auszug aus dem Kaufhaus Pfeiffer.
Mehr als ein Kaufhaus …
Das Kaufhaus Pfeiffer ist mehr als ein Kaufhaus.
Diese Mitteilung mag nun zunächst niemanden in größeres Erstaunen zu versetzen. Was aber verbrigt sich denn genau hinter dem Wörtchen “mehr”?
Zunächst: Das Kaufhaus ist nicht etwa nur ein “Dorflädele” oder gar ein “Tante-Emma-Laden”. Es trägt den Namen “Kaufhaus” und verdient ihn auch. Darüber hinaus präsentiert sich das Kaufhaus im Freilichtmuseum nicht mit einer irgendwie zusammenkombinierten “schönen bunten Warenwelt”. Was die Besucher zu sehen bekommen, ist ein authentisch eingerichtetes Gebäude; das bedeutet, die Darstellung hält sich an die konkrete und nachweisbare Einrichtungsituation des letzten Bewohners und Betreibers Franz Pfeiffer.
Das Kaufhaus Pfeiffer erzählt also eine tatsächliche historische Geschichte – die Geschichte des historischen Kaufhauses selbst, aber eben auch die des gesamten Gebäudes, seiner ehemaligen Bewohner und auch der Menschen, die im Kaufhaus eingekauft haben.
Es sind somit viele Geschichten, die der Besucher in allen Winkeln dieses großen Gebäudes herauslesen kann. Geschichten, die sich ergänzen und gegenseitig vertiefen, aber auch solche, die vermeintlich weit entfernte Aspekte ins Spiel bringen und so dem ganzen Erlebnis neue Dimensionen hinzufügen. Oft sind es fast mikroskopisch kleine Details in der sonstigen Überfülle, die bei einer Betrachtung aus der ihnen eigenen Perspektive enorm Interessantes eröffnen.
So beispielsweise die Werbung, die in großer Zahl und vielfältigen Ausdrucksformen im Kaufhaus Pfeiffer zu finden ist.
Oder: Was mögen das für Geschäfte gewesen sein, die über diesen Schreibtisch abgewickelt wurden?
Oder: Was mögen das für Geschichten sein, die aus den persönlichen Dingen, Überbleibseln, Alltagsresten sprechen …
Oder: Wie mögen die Kleider ausgesehen haben, die auf dieser Theke geschneidert wurden?
Wir werden in der folgenden Zeit hier immer wieder Objekt herausgreifen, um so die (in jedem Wortsinn) außergewöhnlichen Aspekte zu beleuchten, die das Kaufhaus Pfeiffer verborgen hält.
Es empfiehlt sich also, hier immer einmal wieder vorbeizuschauen … und natürlich im Kaufhaus Pfeiffer selbst.
Das Kaufhaus Pfeiffer aus Stetten a. k. M.
Das historische “Kaufhaus Pfeiffer” aus Stetten a. k. M. (Landkreis Sigmaringen, auf der Schwäbischen Alb) wird ins Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck versetzt.
Der Abbau des Gebäudes ist mittlerweile fast völlig abgeschlossen.
Die Firma JaKo Baudenkmalpflege aus Rot a. d. R. führt die schwierige und in Teilen richig spektakuläre Umsetzung komplett durch.
Das Gebäude wird nahezu komplett in großen Teilen umgesetzt, um möglichst viel Originalsubstanz erhalten zu können. Zunächst wurde das Gebäude in Stetten a. k. M. über mehrere Wochen hinweg stockwerksweise Stück für Stück abgetragen und in Teilen nach Rot a. d. R. transportiert. Dort, in der Halle der Firma JaKo Baudenkmalpflege, wird das Gebäude wieder größtenteils wieder zusammengesetzt, um die notwendigen Restaurierungsmaßnahmen durchführen zu können. Es soll möglichst viel originalgetreu und unverändert vom Schlusszustand des Gebäudes übernommen werden.
Voraussichtlich im Herbst 2008 wird das Gebäude dann wieder in Großteilen ins Museum transportiert und dort im Originalzustand aufgebaut werden. Es wird direkt am Dorfplatz des Museums unmittelbar neben dem Schul- und Rathaus seinen neuen Platz finden.
Der historische Laden mit seiner kulturhistorisch einmaligen Einrichtung wird dann im Museum wieder orginalgetreu eingerichtet und als Ausstellung präsentiert werden. Die Einrichtung mit den Tausenden von historischen Objekten hat das Museum bereits im Jahr 2004 übernommen und bereit sie derzeit auf die Präsentation vor.
Ins Erdgeschoss des Gebäudes wird zusätzlich ein kleiner “Tante-Emma-Laden” eingebaut werden, in dem die Besucher dann “kramen” und Produkte aus dem Museum und aus der Region einkaufen können.
Die Umsetzung wird vom Landkreis Tuttlingen als Träger des Museums finanziert.
Das Land Baden-Württemberg fördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst die Maßnahme zu 65 % aus”Toto-Lotto-Mitteln” (Förderung der regionalen ländlichen Freilichtmuseen), verteilt über mehrere Jahre.
Die Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg betreut und begleitet die Maßnahme fachlich. Sie wickelt auch die finanzielle Landesförderung .














