Kaufhaus Pfeiffer winterfest
Wie alle Gebäude im Freilichtmuseum muss auch des Kaufhaus Pfeiffer winterfest gemacht werden.
Das bedeutet, alle Gegenstände, die in irgendeiner Weise durch Klima oder Schädlinge Schaden nehmen könnten, müssen unter Bedingungen eingelagert werden, die den Erhalt gewährleisten. Die Mitarbeiter des Freilichtmuseums sind da besonders gefordert, gilt es doch Stück für Stück aus dem Originalgebäude zu entnehmen und ins Winterdepot zu überführen; dabei muss aber höchste Sorgfalt walten, damit alle Gegenstände den Umzug wohlbehalten überstehen und so natürlich auch um Frühling wieder an exakt den originalen Platz im Kaufhaus zurückfinden.
Erst wenn das Gebäude wirklich “leer steht”, darf es in den wohl verdienten, ersten Winterschlaf im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck eintreten. Vorher herrscht trotz Kälte und früher Dunkelheit noch emsige Geschäftigkeit im und um das Gebäude.
Die Fotografien zeigen die Museumsmanschaft beim Auszug aus dem Kaufhaus Pfeiffer.
Kaufhaus Pfeiffer by night
Nur vordergründig begibt sich das Projekt “Kaufhaus Pfeiffer” nun, nachdem das Freilichtmuseum seine Pforten geschlossen hat, in den Winterschlaf.
Das Kaufhaus verbirgt eine Vielzahl von Facetten und damit weit mehr, als bisher gezeigt werden konnte. Die Museumsmitarbeiter, die mit der weiteren Erforschung und Präsentation des Kaufhauses betraut sind – Wissenschaftler und Pädagogen -, werden deshalb die Winterszeit nützen, um das Gebäude bis Frühling 2010 um Neues und Interessantes zu erweitern.
Das Museumsgebäude selbst allerdings muß winterfest gemacht werden. So gesehen stimmt die Rede vom Winterschlaf doch.
Diese Stimmung andeutend zeigte sich das neueste Museumsgebäude schon in den letzten Öffnungstagen recht “romantisch” – nämlich nachts.
Bis zuletzt …
… blieb das Interesse der Museumsbesucher am Kaufhaus Pfeiffer in der Museumssaison 2009 über die Maßen groß. Seit der Eröffnung am 21. September 2009 bestand täglich das Angebot einer öffentlichen Sonderführung. Es gab Tage, an denen vier Führungen unmittelbar nach einander oder parallel im Kaufhaus unterwegs waren.
Auch am letzten Öffnungstag – am Sonntag, dem 1. November – nahmen die viele Besucher an den Sonderführung teil und konnten so noch ein letztes Mal vor der Winterszeit das historische Kaufhaus durchstöbern.
Auch der Museumsladen, der dort betrieben wird, wo sich die erste “Handlung” im Haus befand, erfreute sich enormer Beliebtheit. Die weiteren Aufnahmen zeigen eine der letzten Führungen.
Mehr als ein Kaufhaus …
Das Kaufhaus Pfeiffer ist mehr als ein Kaufhaus.
Diese Mitteilung mag nun zunächst niemanden in größeres Erstaunen zu versetzen. Was aber verbrigt sich denn genau hinter dem Wörtchen “mehr”?
Zunächst: Das Kaufhaus ist nicht etwa nur ein “Dorflädele” oder gar ein “Tante-Emma-Laden”. Es trägt den Namen “Kaufhaus” und verdient ihn auch. Darüber hinaus präsentiert sich das Kaufhaus im Freilichtmuseum nicht mit einer irgendwie zusammenkombinierten “schönen bunten Warenwelt”. Was die Besucher zu sehen bekommen, ist ein authentisch eingerichtetes Gebäude; das bedeutet, die Darstellung hält sich an die konkrete und nachweisbare Einrichtungsituation des letzten Bewohners und Betreibers Franz Pfeiffer.
Das Kaufhaus Pfeiffer erzählt also eine tatsächliche historische Geschichte – die Geschichte des historischen Kaufhauses selbst, aber eben auch die des gesamten Gebäudes, seiner ehemaligen Bewohner und auch der Menschen, die im Kaufhaus eingekauft haben.
Es sind somit viele Geschichten, die der Besucher in allen Winkeln dieses großen Gebäudes herauslesen kann. Geschichten, die sich ergänzen und gegenseitig vertiefen, aber auch solche, die vermeintlich weit entfernte Aspekte ins Spiel bringen und so dem ganzen Erlebnis neue Dimensionen hinzufügen. Oft sind es fast mikroskopisch kleine Details in der sonstigen Überfülle, die bei einer Betrachtung aus der ihnen eigenen Perspektive enorm Interessantes eröffnen.
So beispielsweise die Werbung, die in großer Zahl und vielfältigen Ausdrucksformen im Kaufhaus Pfeiffer zu finden ist.
Oder: Was mögen das für Geschäfte gewesen sein, die über diesen Schreibtisch abgewickelt wurden?
Oder: Was mögen das für Geschichten sein, die aus den persönlichen Dingen, Überbleibseln, Alltagsresten sprechen …
Oder: Wie mögen die Kleider ausgesehen haben, die auf dieser Theke geschneidert wurden?
Wir werden in der folgenden Zeit hier immer wieder Objekt herausgreifen, um so die (in jedem Wortsinn) außergewöhnlichen Aspekte zu beleuchten, die das Kaufhaus Pfeiffer verborgen hält.
Es empfiehlt sich also, hier immer einmal wieder vorbeizuschauen … und natürlich im Kaufhaus Pfeiffer selbst.
“Da kommen einem ja die Tränen!”
“Da kommen einem ja die Tränen!”, rief spontan eine Mitarbeiterin, als sie zum ersten Mal den eingerichteten historischen Laden betreten durfte. “Da kommen einem ja die Tränen vor lauter Schauen.”
So mag es wohl vielen Besuchern gegangen sein, als sie nun in den vergangenen zwei Öffnungstagen den Laden betraten. Ja selbst uns Mitarbeitern geht es immer noch so, da es so viel zu Schauen und Staunen gibt.
Die Eröffnungsfeier war ein voller Erfolg. Wie bestellt hörte es um 10.30 Uhr auf zu regnen, pünktlich zum Festakt um 11 Uhr lachte die Sonne. Landrat Wolf MdL steigerte mit einer lebhaften Rede noch die Spannung, die Musikkapelle aus Stetten a.k.M. umrahmte feierlich den Festakt. Auch Herr Hipp, Bürgermeister von Stetten a.k.M. gratulierte dem Museum zu seinem neuen Schmuckstück, die Volkskundler Christof Heppeler und Bettina Zundel sowie Museumsleiter Walter Knittel gaben noch eine unterhaltsame Einführung in die Haus- und Bewohnergeschichte, bevor Bernd Jäger von der Firma Jako Baudenkmalpflege (Hauptverantwortlicher für die Umsetzung und Restaurierung des Gebäudes) dem Landrat den Schlüsselbund für das Gebäude überreichte.
Nach einem kurzen “Fotoshooting” für die Presse stürmten die zahlreichen gespannten Besucher das Kaufhaus Pfeiffer. Sowohl der historische Laden als auch die Wohn- und Schlafräume des letzten Bewohners Franz Pfeiffer sowie der neue Museumsladen, in dem nun wahrhaft eingekauft werden darf, fanden großen Anklang. Aber genug der Worte – schauen Sie die Bilder an und planen Sie nun Ihren nächsten Besuch im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck ein. Das müssen Sie schließlich gesehen haben.
Tipp:
Bis 1. November wird dienstags bis sonntags täglich um 15 Uhr eine Führung durch das Kaufhaus Pfeiffer angeboten. Unkostenbeitrag: 1 €.
Bitte eintreten!
Erste Preview
Am kommenden Sonntag, 20. September, fällt der Vorhang. Sie erhalten hier einen kleinen Vorgeschmack in Bildern: Der historische Laden im Kaufhaus Pfeiffer.
Frontansicht
Sehen Sie die Bannergrafik unseres Blogs oben? Wie der Designer das Kaufhaus Pfeiffer ausgeschnitten hat – damals noch am Ursprungsort in Stetten am kalten Markt fotografiert – und über dem Museumsgelände schweben läßt? Heute stelle ich hier ein Bild rein, wie diese Prognose in die Realität umgesetzt wurde. Sieht doch genauso aus, oder?
Ok, der Fotoapparat war zu klein, es hat nicht alles draufgepasst. Deshalb hier noch zusätzlich ein Foto mit der gesamten Fronansicht des Kaufhauses:
Das Dorf ist komplett!
Nun steht es da, das Kaufhaus Pfeiffer, in voller Pracht! Der Dorfplatz erfährt eine schöne Ergänzung durch das imposante Gebäude, das kleine Albdorf im Museum ist nun mit Kaufladen, Schul- und Rathaus, Schmiede, Kirche, Töpferei und Wohnhaus um den Dorfbrunnen an der Linde ein abgerundetes Ensemble. Eigentlich scheint es so, als habe das Kaufhaus schon immer hierher gehört.
Kurzmeldung in Bildern
Das Kaufhaus Pfeiffer:
Inzwischen mal wieder ein paar Bildimpressionen von Ende Juli – bevor das Sommerloch beginnt.
Gehen wir noch einmal durch das Haus – von unten nach oben. Hier ist der Gewölbekeller zu sehen. Auf der Außenansicht auf dem ersten Bild sehen Sie links im Bild die kleine Türe: das “Guckloch” zum Gewölbekeller.
Hier sind wir nun schon im zweiten Stock – ein Blick auf dem Ofen im Schlafzimmer.
Das hier war die Schneiderei – ebenfalls im zweiten Obergeschoss. Die Tapeten wurden wieder angebracht, momentan werden die Möbel eingeräumt.
Weiteres folgt in Kürze!

















































