Freilichtmuseum Neuhausen

Noch was Nettes …

Gestern abend sah das Kaufhaus so aus:

Ein stimmungsvolles Bild: Das Haus im Scheinwerferlicht. Auch durch die Dunkelheit lassen sich die fleißigen Handwerker nicht abschrecken. Schemenhaft erkennt man oben links im Bild einen Dachdecker, der noch in den Abendstunden bei der Arbeit ist.

Aktuelle Infos zum Abbau des Kaufhauses Pfeiffer

Abbau DachgeschossDie Bauaufnahme und Schadenskartierung durch die Firma JaKo Baudenkmalpflege hat wertvolle Erkenntnisse über die verschiedenen Bauphasen und den Zustand des Gebäudes erbracht.
Die Ergebnisse der Untersuchungen haben im Wesentlichen die Befunde über die Baugeschichte des Gebäudes aus den archivalischen Forschungen ergänzt und bestätigt.

Für diese Untersuchungen wurden die Außenwände und im Innenbereich Böden und Wandteile an verschiedenen Stellen geöffnet, um den Erhaltungszustand der Hölzer erkunden zu können.

Dies war nun auch die Grundlage für die Entscheidung, welche Wandteile am Stück in Großteilen umgesetzt werden konnten und welche Wände aufgrund von Bauschäden zerlegt mussten und wieder restauriert werden müssen.

Ab Mitte April 2007 wurden die Nebenbauten wie die Garage und der rückwärtige Schuppen abgetragen. Diese modernen Nebenbauten werden nicht erhalten.

Während das Dach fachmännisch von den Zimmerleuten in Einzelteile zerlegt wurde, wurden die Wände der einzelnen Stockwerke fast ausschließlich in großen Teilen am Stück in ihrer Orginalsubstanz gesichert und abtransportiert.

Das Gebäude wurde schrittweise und stockwerksweise von oben her verpackt, gesichert und abgebaut. Die Großteile wurden alle auf Tiefladern nach Rot an der Rot zum zur Restaurierung und zum zwischenzeitlichen Wiederaufbau transportiert.

Am 13. Juni 2007 wurden dann zunächst die rückwärtigen Anbauten abgebaut. Die Wände und Decken der Anbauten waren in den Tagen davor sorgfältig verpackt und transportsicher gemacht worden. Sie wurden mit einem großen Kran abgehoben und verladen. Die einzelnen Wandelemente sind bis zu 5,70 m lang und bis 2,52 hoch. Die beiden Decken haben Überbreite (bis zu 3,80 m) und mussten abends liegend als Schwertransport mit Überbreite transportiert werden.

Am 17. Juli 2007 war das Dachgeschoss dran. Nachdem die Ziegel und das Dachgebälk vorher abgebaut worden und die Giebel- und Zwischenwände des Dachgeschosses sowie die Decken des Obergeschosses und zwei Kaminteile verpackt worden waren, wurden Sie nun ebenfalls einzeln abgehoben und verladen.Abbau Kaufhaus PfeifferAbbau Dachgeschoss

Am 11. und 12. September 2007 wurden die Fachwerkwände des Obergschosses in 15 großen Teilen abgebaut, verladen und ebenfalls nach Rot a. d. R. abtransportiert. Derzeit stehen noch eine Giebelwand und ein Teil des rückwärtigen Anbaus mit dem hinteren Treppenhaus.

Im Oktober wurde schließlich das Erdgeschoss abgetragen. Der alte Gewölbekeller verbleibt dagegen zunächst noch vor Ort in Stetten. Er soll im Juni 2008 ebenfalls am Stück (!) direkt ins Freilichtmuseum umgesetzt werden.

In Rot an der Rot wird das Gebäude in der großen Halle der Firma JaKo-Baudenkmalpflege in seinen wesentlichen Teilen wieder zusammengefügt und restauriert. Ab Spätsommer 2008 sollen dann der engültige Umzug ins Freilichtmuseum erfolgen.

Das Kaufhaus Pfeiffer aus Stetten a. k. M.

Kaufhaus PfeifferDas historische “Kaufhaus Pfeiffer” aus Stetten a. k. M. (Landkreis Sigmaringen, auf der Schwäbischen Alb) wird ins Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck versetzt.
Der Abbau des Gebäudes ist mittlerweile fast völlig abgeschlossen.
Die Firma JaKo Baudenkmalpflege aus Rot a. d. R. führt die schwierige und in Teilen richig spektakuläre Umsetzung komplett durch.

Das Gebäude wird nahezu komplett in großen Teilen umgesetzt, um möglichst viel Originalsubstanz erhalten zu können. Zunächst wurde das Gebäude in Stetten a. k. M. über mehrere Wochen hinweg stockwerksweise Stück für Stück abgetragen und in Teilen nach Rot a. d. R. transportiert. Dort, in der Halle der Firma JaKo Baudenkmalpflege, wird das Gebäude wieder größtenteils wieder zusammengesetzt, um die notwendigen Restaurierungsmaßnahmen durchführen zu können. Es soll möglichst viel originalgetreu und unverändert vom Schlusszustand des Gebäudes übernommen werden.

Voraussichtlich im Herbst 2008 wird das Gebäude dann wieder in Großteilen ins Museum transportiert und dort im Originalzustand aufgebaut werden. Es wird direkt am Dorfplatz des Museums unmittelbar neben dem Schul- und Rathaus seinen neuen Platz finden.

Der historische Laden mit seiner kulturhistorisch einmaligen Einrichtung wird dann im Museum wieder orginalgetreu eingerichtet und als Ausstellung präsentiert werden. Die Einrichtung mit den Tausenden von historischen Objekten hat das Museum bereits im Jahr 2004 übernommen und bereit sie derzeit auf die Präsentation vor.

Ins Erdgeschoss des Gebäudes wird zusätzlich ein kleiner “Tante-Emma-Laden” eingebaut werden, in dem die Besucher dann “kramen” und Produkte aus dem Museum und aus der Region einkaufen können.

Die Umsetzung wird vom Landkreis Tuttlingen als Träger des Museums finanziert.
Das Land Baden-Württemberg fördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst die Maßnahme zu 65 % aus”Toto-Lotto-Mitteln” (Förderung der regionalen ländlichen Freilichtmuseen), verteilt über mehrere Jahre.
Die Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg betreut und begleitet die Maßnahme fachlich. Sie wickelt auch die finanzielle Landesförderung .