Das Dach ist fertig (fast)
Heute gewinnt der Betrachter schon ein recht vollständiges Bild des Kaufhauses, so wie es in seiner vollen Größe einmal den Dorfplatz zieren wird. Die Überschrift übertreibt natürlich schamlos, das Dach ist noch nicht eingedeckt. Die schützende Folie lässt aber das fertige Haus vor unserem Auge erstehen. Die ersten beiden Fotografien werfen einen Blick von außen auf das Gebäude. Bei dem zweiten Bild sind im Vordergrund übrigens die über lange Zeit so nützlichen Schutzdächer zu sehen. Die sind nun überflüssig.
Die nachfolgenden Bilder fangen die momentan Atmosphäre im ersten und zweiten Dachgeschoss ein. Wohnlich ist es zwar noch nicht gerade. Aber dicht, und das ist derzeit die Hauptsache.
Das große Treppenhaus, das sich hinter dem Gebäude findet, steht natürlich mittlerweile auch. Die Treppen sind voll benutztbar. Diese Feststellung mag zwar etwas einfältig daherkommen, es ist jedoch schon ein erhebendes Gefühl, sich durch das Gebäude auf “normalen” Wegen zu bewegen. Kaum fassbar, wie schnell das Kaufhaus Pfeiffer im Museum Form annahm.
Von der Einrichtung gibt es fraglos noch gar nichts zu sehen. Mit etwas Fantasie jedoch lässt sich in einigen Räumen deren späteteres Aussehen erahnen. Besonders leicht zugänglich für solche Visionen sind natürlich die beiden Verkaufsräume. Das erste Bild zeigt den Raum des historischen “Kaufhauses”, das zweite den Standort des modernen Museumsladens.
Wenn die Nacht am tiefsten …
Es ist Winter. Die Feststellung wird die Leserschaft dieses Blog kaum irritieren. Doch was bedeutet dieses Tatsache für die Baustelle “Kaufhaus Pfeiffer” im Freilichtmuseum, konkret: was bedeutet sie für die Bauarbeiter, die das Vergnügen haben, hier derzeit zu arbeiten?
Natürlich ist es kalt. Soukalt, wie sich der Schwabe angesichts solcher Bedingungen auszudrücken pflegt. Wer es gerne etwas präziser hätte: Die Arbeiten beginnen bei Minusgraden (bisweilen zweistellig!) und enden bei Minusgraden. Im besten Falle klettert das Quecksilber tagsüber in positive Regionen. Ganz wichtig ist dies, wenn betoniert werden soll. Die Experten werfen als Grenzwert Zahlen zwischen plus 3 bis 5 Grad Celius aus.
“Mach, suscht kommed mir i d Naacht nei!” Dieser alte schwäbische Ausspruch darf momentan für die Männer von JaKo Baudenkmalpflege keine Rolle spielen. Gearbeitet wird nämlich in den Abend hinein, sprich, “i d Naacht nei”. Respekt!
Wenn man sich das vorzustellen hat, domentieren eindrucksvoll die folgenden Bilder.
Nächste Bauphase
Mittlerweile haben die Arbeiten am Dachgeschoss begonnen. Die Baustelle liegt fast auf 800 Metern Höhe. Es nimmt also kaum Wunder, wenn zwischenzeitlich eine geschlossene Schneedecke über dem Museum liegt. Zum Glück zeigt sich die Witterung aber soweit entspannt, dass die Arbeit nicht zum Erliegen kommt.
Die ersten Bilder zeigen die Baufortschritte vom 25. November 2008.
Die nächsten drei Bilder dokumentieren (fast) das Ende dieses Bauabschnitts. Sie wurden am 28. November 2008 aufgenommen.
Zwischenphase
Kaum zwei Wochen her – und doch schon Vergangenheit. Der mittlere Bauabschnitt, bei dem das erste Obergeschoss aufgesetzt wurde, konnte noch in herbstlicher Atmosphäre stattfinden – soll heißen, zeitenweise zwar schmuddelig, aber immerhin ohne Schnee.
Die ersten Bilder stammen vom 13. November 2008.
Die folgenden Bilder sind am 17. November 2008 entstanden. Sie zeigen vor allem die ausgeklügelten Notdachkonstruktionen, mit denen die Baustelle problemlos und sicher wetterfest gemacht kann. Vereinfacht gesprochen lassen sich die Fachwerkelemente an den Kran hängen und punktgenau auf dem jeweiligen Bauabschnitt absetzten. So sind die originalen Wandteile, die schon in das Gebäude integriert sind, nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt.
Nebenbei bemerkt, die Wege im Museum werden in diesen Tage nicht unbedingt besser.
Raumgefühl, die zweite
Hier noch drei fotographische Impressionen als Ergänzung zum Beitrag „Raumgefühl“, die anschaulich den Fortschritt des Bauprojektes dokumentieren.
Große und kleine Teile
Immer wieder ist von „Ganzteilversetzung“ die Rede, wenn es um die Translozierung des Kaufhauses Pfeiffer geht. Stark vereinfachend gesagt wurden ganze Wände und Wandteile aus dem bestehenden Gebäude am Ursprungsort „herausgeschnitten“, die dann als „Ganzteile“ im Museum in das Gebäude wieder eingesetzt werden.
Nicht alle Bestandteile können aber auf diese Weise verarbeitet werden. Es gibt kleinere Einzelteile, die dem Originalgebäude entnommen werden mussten. Um zu gewährleisten, dass solche Bauelemente nachher auch eindeutig ihrem authentischen Ort wieder zuordnet werden können, mussten sie – noch unverrückt – mit einer Nummer versehen werden.
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Jedes der solchermaßen gekennzeichneten Bauteile sind absolut eindeutig im Bauplan verzeichnet; sie haben, wenn man so will, eine unverwechselbare „Adresse“ in der Gebäudestruktur. Nur so kann ein authentisches Gesamtbild des nachmaligen Museumsgebäudes gewährleistet werden.
Natürlich sind auch die Ganzteile unmissverständlich markiert.
Raumgefühl
Der erste Schnee ist mittlerweile wieder abgetaut. Die aktuelle Wetterlage kommt dem Projekt „Kaufhaus Pfeiffer“ zum Glück entgegen. Die Wiederaufbauarbeiten laufen auf Hochtouren.
Das Erdgeschoss – oder ist es schon des 1. Obergeschoss – nimmt vor den Augen des Betrachters deutlich Formen an. Die meisten der Wandteile dieses Geschosses finden sich bereits an ihrem Platz; auch wenn die Wände noch verpackt sind, entsteht doch schon ein regelrechtes Gefühl für die künftigen Räume.
Dem Blick aus dem Haus Biehle stellt sich das Kaufhaus Pfeiffer derzeit so dar, wie es auf dem nachstehenden Bild zu sehen ist. Eines muss man sich dazu denken: Auf die jetzige Oberkante kommen nochmals um die 6 Meter an Höhe dazu, wenn das Gebäude einmal seine volle Größe erreicht hat.
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Der am Stück versetzte Gewölbekeller war das erste historische Bausegment, das versetzt wurde. Das Bild zeigt den Abstieg und den Eingang.
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Man traut nach wie vor seinen Augen kaum, wenn man ganze Wände durch die Luft fliegen sieht, und die dann auch noch heil ankommen und weiter bearbeitet werden können. „Alleine stehen“ können die Großfragmente allerdings noch nicht. Sie müssen von Streben gehalten werden.
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Der künftige Raum des historischen Kaufhauses Pfeiffer – seine Dimension ist schon spürbar. Momentan ist der traditionelle Verkaufsraum zum Dorfplatz hin offen. Er wird bald durch die beiden großen Schaufenster geschlossen werden.
Die folgenden beiden Bilder zeigen Kontor und Hauseingang. Der Hausgang ist noch nicht zu erkennen, da die Zwischenwand noch fehlt. Auf dem zweiten Bild in der Wand rechts lässt sich übrigens die Tür erahnen, durch die die Besucher einmal den modernen Museumsladen betreten werden.
Ein kleiner Abort wartet zur Zeit noch auf dem Dorfplatz darauf, dass er an seinem ursprünglichen Ort im Haus integriert wird. Lange wird er hier nicht mehr stehn …
Der Winter ist da
Pünktlich zum Wiederaufbau der Kaufhauses Pfeiffer begann es zu schneien. Von der Jahreszeit her würde man vielleicht einen Schneefall erwarten, den die schwäbische Zunge mit dem Verb „fätzle“ umschreibt. Am Donnerstag vergangener Woche (30. Oktober) lagen dann aber im Museum – immerhin ja auf fast 800 Metern Höhe heimisch – mindestens 30 Zentimeter Neuschnee.
Das hatte zur Folge, dass die Wiese vor der Kirche erst freigeschippt werden musste, bevor die laufend hinzukommenden Bauteile fachgerecht abgeladen und zwischengelagert werden konnten. Auch der Transport der Wandteile auf großen Tiefladern, gerade innerhalb des Museums, ließ sich durch die Schneelage nur unter erheblich erschwerten Bedingungen abwickeln.
Die unten stehenden Fotos zeigen die Verhältnisse am angesprochenen Donnerstag vor Ort. Beim Anblick der Bilder wundert es niemand, dass am Nachmittag dann die Arbeiten für Donnerstag und Freitag eingestellt werden mussten. Am heutigen Montag legt das Aufbau-Team unter einigermaßen besseren Bedingungen wieder Hand an das Kaufhaus Pfeiffer.
Der Aufbau läuft auf Hochtouren!
Am gestrigen Dienstag kamen per Tieflader schon eine große Menge Wandteile im Freilichtmuseum an. Sie wurden zum Teil noch im Dunkeln unter Zuhilfenahme eines Lichtmastens an der Baustelle abgeladen.Das Team der Firma JaKo Baudenkmale hat sogar schon einige Wandteile im Gebäude versetzt. Das geschieht mit einer unglaublichen Präzision, die gepaart ist mit einer stoischen Ruhe beim Arbeiten. Dem Betrachter verschlägt es regelrecht die Sprache. Die Leichtigkeit, mit der hier riesige Gewichte bewegt und an der ursprünglichen Stelle des Hauses wieder eingesetzt werden, lässt einem unwillkürlich an das Spiel mit Lego-Bausteinen denken. Man es muss sich und den Museumsbesuchern regelrecht bewusst machen, welcher sensationellen Ereignisse man gerade Zeuge wird.
Bitter ist allein das schlechte Wetter, das dem Bau am Kaufhaus Pfeiffer nicht gerade zuträglich ist. Aber nicht einmal der Schnee scheint den JaKo-Leute wirklich etwas auszumachen.
Wiederaufbau-Termin steht
Jetzt steht es fest: Ab 28. Oktober wird das Kaufhaus Pfeiffer im Freilichtmuseum am neuen Standort aufgebaut. Die Firma Jako-Baudenkmalpflege, in deren Halle das Gebäude nun knapp ein Jahr lang restauriert und für den Wiederaufbau vorbereitet wurde, wird die historischen Gebäudeteile innerhalb von zwei Wochen aufbauen. In der letzten Oktoberwoche wird das Erdgeschoss mit den massiven Wänden ins Museumsdorf transportiert und aufgerichtet, in der ersten Novemberwoche dann das Obergeschoss und das Dachgeschoss mit deren Fachwerkwänden. Da das Gebäude in Großteilen abgebaut wurde, geht es auch recht rasch beim Wiederaufbau, wenn die großen Wand- und Deckenelemente angeliefert und zusammengebaut werden.
