Kaufhaus Pfeiffer winterfest
Wie alle Gebäude im Freilichtmuseum muss auch des Kaufhaus Pfeiffer winterfest gemacht werden.
Das bedeutet, alle Gegenstände, die in irgendeiner Weise durch Klima oder Schädlinge Schaden nehmen könnten, müssen unter Bedingungen eingelagert werden, die den Erhalt gewährleisten. Die Mitarbeiter des Freilichtmuseums sind da besonders gefordert, gilt es doch Stück für Stück aus dem Originalgebäude zu entnehmen und ins Winterdepot zu überführen; dabei muss aber höchste Sorgfalt walten, damit alle Gegenstände den Umzug wohlbehalten überstehen und so natürlich auch um Frühling wieder an exakt den originalen Platz im Kaufhaus zurückfinden.
Erst wenn das Gebäude wirklich “leer steht”, darf es in den wohl verdienten, ersten Winterschlaf im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck eintreten. Vorher herrscht trotz Kälte und früher Dunkelheit noch emsige Geschäftigkeit im und um das Gebäude.
Die Fotografien zeigen die Museumsmanschaft beim Auszug aus dem Kaufhaus Pfeiffer.
Bis zuletzt …
… blieb das Interesse der Museumsbesucher am Kaufhaus Pfeiffer in der Museumssaison 2009 über die Maßen groß. Seit der Eröffnung am 21. September 2009 bestand täglich das Angebot einer öffentlichen Sonderführung. Es gab Tage, an denen vier Führungen unmittelbar nach einander oder parallel im Kaufhaus unterwegs waren.
Auch am letzten Öffnungstag – am Sonntag, dem 1. November – nahmen die viele Besucher an den Sonderführung teil und konnten so noch ein letztes Mal vor der Winterszeit das historische Kaufhaus durchstöbern.
Auch der Museumsladen, der dort betrieben wird, wo sich die erste “Handlung” im Haus befand, erfreute sich enormer Beliebtheit. Die weiteren Aufnahmen zeigen eine der letzten Führungen.
“Da kommen einem ja die Tränen!”
“Da kommen einem ja die Tränen!”, rief spontan eine Mitarbeiterin, als sie zum ersten Mal den eingerichteten historischen Laden betreten durfte. “Da kommen einem ja die Tränen vor lauter Schauen.”
So mag es wohl vielen Besuchern gegangen sein, als sie nun in den vergangenen zwei Öffnungstagen den Laden betraten. Ja selbst uns Mitarbeitern geht es immer noch so, da es so viel zu Schauen und Staunen gibt.
Die Eröffnungsfeier war ein voller Erfolg. Wie bestellt hörte es um 10.30 Uhr auf zu regnen, pünktlich zum Festakt um 11 Uhr lachte die Sonne. Landrat Wolf MdL steigerte mit einer lebhaften Rede noch die Spannung, die Musikkapelle aus Stetten a.k.M. umrahmte feierlich den Festakt. Auch Herr Hipp, Bürgermeister von Stetten a.k.M. gratulierte dem Museum zu seinem neuen Schmuckstück, die Volkskundler Christof Heppeler und Bettina Zundel sowie Museumsleiter Walter Knittel gaben noch eine unterhaltsame Einführung in die Haus- und Bewohnergeschichte, bevor Bernd Jäger von der Firma Jako Baudenkmalpflege (Hauptverantwortlicher für die Umsetzung und Restaurierung des Gebäudes) dem Landrat den Schlüsselbund für das Gebäude überreichte.
Nach einem kurzen “Fotoshooting” für die Presse stürmten die zahlreichen gespannten Besucher das Kaufhaus Pfeiffer. Sowohl der historische Laden als auch die Wohn- und Schlafräume des letzten Bewohners Franz Pfeiffer sowie der neue Museumsladen, in dem nun wahrhaft eingekauft werden darf, fanden großen Anklang. Aber genug der Worte – schauen Sie die Bilder an und planen Sie nun Ihren nächsten Besuch im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck ein. Das müssen Sie schließlich gesehen haben.
Tipp:
Bis 1. November wird dienstags bis sonntags täglich um 15 Uhr eine Führung durch das Kaufhaus Pfeiffer angeboten. Unkostenbeitrag: 1 €.
Erste Preview
Am kommenden Sonntag, 20. September, fällt der Vorhang. Sie erhalten hier einen kleinen Vorgeschmack in Bildern: Der historische Laden im Kaufhaus Pfeiffer.
Außentreppe
Heute wurde die Außentreppe zum Dorfladen gebaut. Gestern stellte ich ja noch ein Foto von der Treppenkulisse in den Blog, heute steht schon die Treppe.
Im mittleren Bild erkennt man rechts die kleine Türe, die den Blick auf den historischen Gewölbekeller eröffnen soll, welcher vergangenes Jahr mit großem Aufwand am Stück ins Freilichtmuseum versetzt wurde.
Auf der Zielgeraden!
Das Kaufhaus Pfeiffer ist fast fertig! Die Ausbauarbeiten gehen mit Volldampf dem Ende entgegen! Die Handwerker verputzen die letzten Wände! Bald kann mit der Einrichtung begonnen werden! Endlich!
Einmalige Einrichtung
Das Kaufhaus Pfeiffer hat uns eine Fülle schier unglaublicher Schätze beschert. Wir haben diese für die Nachwelt gesichert und bereiten diese für die Ausstellung im Kaufhaus Pfeiffer im Museum vor.
Zum Geschichte des Gebäudes gehören auch zwei Oldtimer-Autos und ein altes Motorrad.
Bei all den vielen Gegenständen und Objekten, den Besonderheiten wie dem Verkaufsraum selber oder der Schneiderei darf eines nicht übersehen werden: die vorgefundene Einrichtung des Hauses. Die Einrichtung der Geschäftsräume, aber auch die der Wohnräume zeigt sich fast unberührt so, wie sie in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Möbel, Öfen, Lampen, Stromleitungen, Lichtschalter, Bodenbeläge, Vorhänge … bis in das kleinste Detail versetzt einem dieses Haus in Erstaunen.
Natürlich ist es das Bestreben der Museumsmacher, diese Fülle den Besuchern des Kaufhauses „Pfeiffer“ am neuen Standort im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck zu erschließen. Fraglos wird es ganzheitlich eingerichtete Bereiche in dem Haus geben. Darüber hinaus werden sich Infozellen einzelner Schwerpunktthemen annehmen – als Dauereinrichtung, aber auch durchaus zeitlich wechselnd.
Bis dahin liegt noch ein langer Weg vor uns. Wer sich für die Stationen dieses Weges interessiert, hat nun die Möglichkeit, die neuesten Nachrichten dazu in unserem Blog zu abonnieren (RSS).
Aktuelle Infos zum Abbau des Kaufhauses Pfeiffer
Die Bauaufnahme und Schadenskartierung durch die Firma JaKo Baudenkmalpflege hat wertvolle Erkenntnisse über die verschiedenen Bauphasen und den Zustand des Gebäudes erbracht.
Die Ergebnisse der Untersuchungen haben im Wesentlichen die Befunde über die Baugeschichte des Gebäudes aus den archivalischen Forschungen ergänzt und bestätigt.
Für diese Untersuchungen wurden die Außenwände und im Innenbereich Böden und Wandteile an verschiedenen Stellen geöffnet, um den Erhaltungszustand der Hölzer erkunden zu können.
Dies war nun auch die Grundlage für die Entscheidung, welche Wandteile am Stück in Großteilen umgesetzt werden konnten und welche Wände aufgrund von Bauschäden zerlegt mussten und wieder restauriert werden müssen.
Ab Mitte April 2007 wurden die Nebenbauten wie die Garage und der rückwärtige Schuppen abgetragen. Diese modernen Nebenbauten werden nicht erhalten.
Während das Dach fachmännisch von den Zimmerleuten in Einzelteile zerlegt wurde, wurden die Wände der einzelnen Stockwerke fast ausschließlich in großen Teilen am Stück in ihrer Orginalsubstanz gesichert und abtransportiert.
Das Gebäude wurde schrittweise und stockwerksweise von oben her verpackt, gesichert und abgebaut. Die Großteile wurden alle auf Tiefladern nach Rot an der Rot zum zur Restaurierung und zum zwischenzeitlichen Wiederaufbau transportiert.
Am 13. Juni 2007 wurden dann zunächst die rückwärtigen Anbauten abgebaut. Die Wände und Decken der Anbauten waren in den Tagen davor sorgfältig verpackt und transportsicher gemacht worden. Sie wurden mit einem großen Kran abgehoben und verladen. Die einzelnen Wandelemente sind bis zu 5,70 m lang und bis 2,52 hoch. Die beiden Decken haben Überbreite (bis zu 3,80 m) und mussten abends liegend als Schwertransport mit Überbreite transportiert werden.
Am 17. Juli 2007 war das Dachgeschoss dran. Nachdem die Ziegel und das Dachgebälk vorher abgebaut worden und die Giebel- und Zwischenwände des Dachgeschosses sowie die Decken des Obergeschosses und zwei Kaminteile verpackt worden waren, wurden Sie nun ebenfalls einzeln abgehoben und verladen.![]()
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Am 11. und 12. September 2007 wurden die Fachwerkwände des Obergschosses in 15 großen Teilen abgebaut, verladen und ebenfalls nach Rot a. d. R. abtransportiert. Derzeit stehen noch eine Giebelwand und ein Teil des rückwärtigen Anbaus mit dem hinteren Treppenhaus.
Im Oktober wurde schließlich das Erdgeschoss abgetragen. Der alte Gewölbekeller verbleibt dagegen zunächst noch vor Ort in Stetten. Er soll im Juni 2008 ebenfalls am Stück (!) direkt ins Freilichtmuseum umgesetzt werden.
In Rot an der Rot wird das Gebäude in der großen Halle der Firma JaKo-Baudenkmalpflege in seinen wesentlichen Teilen wieder zusammengefügt und restauriert. Ab Spätsommer 2008 sollen dann der engültige Umzug ins Freilichtmuseum erfolgen.
Das Kaufhaus Pfeiffer aus Stetten a. k. M.
Das historische “Kaufhaus Pfeiffer” aus Stetten a. k. M. (Landkreis Sigmaringen, auf der Schwäbischen Alb) wird ins Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck versetzt.
Der Abbau des Gebäudes ist mittlerweile fast völlig abgeschlossen.
Die Firma JaKo Baudenkmalpflege aus Rot a. d. R. führt die schwierige und in Teilen richig spektakuläre Umsetzung komplett durch.
Das Gebäude wird nahezu komplett in großen Teilen umgesetzt, um möglichst viel Originalsubstanz erhalten zu können. Zunächst wurde das Gebäude in Stetten a. k. M. über mehrere Wochen hinweg stockwerksweise Stück für Stück abgetragen und in Teilen nach Rot a. d. R. transportiert. Dort, in der Halle der Firma JaKo Baudenkmalpflege, wird das Gebäude wieder größtenteils wieder zusammengesetzt, um die notwendigen Restaurierungsmaßnahmen durchführen zu können. Es soll möglichst viel originalgetreu und unverändert vom Schlusszustand des Gebäudes übernommen werden.
Voraussichtlich im Herbst 2008 wird das Gebäude dann wieder in Großteilen ins Museum transportiert und dort im Originalzustand aufgebaut werden. Es wird direkt am Dorfplatz des Museums unmittelbar neben dem Schul- und Rathaus seinen neuen Platz finden.
Der historische Laden mit seiner kulturhistorisch einmaligen Einrichtung wird dann im Museum wieder orginalgetreu eingerichtet und als Ausstellung präsentiert werden. Die Einrichtung mit den Tausenden von historischen Objekten hat das Museum bereits im Jahr 2004 übernommen und bereit sie derzeit auf die Präsentation vor.
Ins Erdgeschoss des Gebäudes wird zusätzlich ein kleiner “Tante-Emma-Laden” eingebaut werden, in dem die Besucher dann “kramen” und Produkte aus dem Museum und aus der Region einkaufen können.
Die Umsetzung wird vom Landkreis Tuttlingen als Träger des Museums finanziert.
Das Land Baden-Württemberg fördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst die Maßnahme zu 65 % aus”Toto-Lotto-Mitteln” (Förderung der regionalen ländlichen Freilichtmuseen), verteilt über mehrere Jahre.
Die Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg betreut und begleitet die Maßnahme fachlich. Sie wickelt auch die finanzielle Landesförderung .




































